Technische Hilfeleistung – Wasser im Keller

Datum: 17. Juli 2021 um 09:44
Dauer: 55 Stunden 20 Minuten
Einsatzart: TH
Einsatzort: Tetz
Einheiten und Fahrzeuge:


Einsatzbericht:

Am frühen Samstag morgen trafen sich die Führungskräfte in der Ortschaft Tetz, um gemeinsam einen Plan zu entwickeln, um die zahlreichen vollgelaufenen Keller leer zu pumpen. Als Hauptursache für den Zufluss des Wasser aus Richtung Broich wurde ein fehlender Damm ausgemacht. Um die Arbeiten der einzelnen Einheiten später erfolgreich anlaufen zu lassen, wurde entschieden , dass dieser Damm zunächst durch den Bauhof wiederhergestellt wurde.

Parallel dazu wurde ein Lageplan erstellt, und die noch zu alarmierenden Einheiten wurden entsprechenden Einsatzabschnitten zu geordnet. Der Einsatzabschnitt 1 bestand darin, die Kanalisation durch Pumparbeiten so weit zu entlasten, dass das Wasser aus den Kellern auch entsprechend ablaufen kann. Dafür wurden zunächst die entsprechenden Einheiten alarmiert und bauten ihr Equipment auf.

Die Einheiten für den Einsatzabschnitt 2 ( Keller leer pumpen ) wurden schrittweise alarmiert und im Bereitstellungsraum informiert, wie der jeweilige Arbeitsauftrag lautet. Die einzelnen Einheiten wurden entsprechenden Strassenzügen zugeordnet und arbeiteten anschließend Haus für Haus selbständig ab. Insgesamt waren 40 – 50 Häuser betroffen.

Aufgrund der Vielzahl der betroffenen Häuser, organisierten die jeweiligen Einheiten selbst ihre Ablösung. Zur Sicherstellung des Grundschutzes waren die Einheiten Ederen und Körrenzig in Bereitschaft in ihren Gerätehäusern, alle anderen Einheiten befanden sich in Tetz. Koordiniert wurde der gesamte Einsatz durch den diensthabenden Einsatzleiter mit Unterstützung der Wehrleitung und dem Einsatzleitwagen. Im Laufe der Arbeiten stellten sich an einigen Häusern Risse oder sonstige Beschädigungen heraus.

Dies veranlasste uns , den Baufachberater des THW an die Einsatzstelle zu beordern, um die betroffenen Häuser näher zu begutachten. Dabei musste sicherheitshalber ein Haus gesperrt werden. Die Bewohner konnten glücklicherweise auf ein anderes Quartier ausweichen.

Neben beschädigten Gebäuden war es in einigen Häusern zu Verschmutzungen durch Leckagen an den Heizungen bzw. Heizöltanks gekommen. Diese Häuser konnten durch uns nicht leer gepumpt werden. Hierzu wurden Saugwagen zum Aufnehmen des Öl-Wasser Gemisch organisiert.

Nachdem der Zufluss von Seiten der Rur gestoppt wurde, erzielten wir erste Erfolge. Die überlastetete Kanalisation war aber immer noch ein Schwachpunkt. Die Taktik wurde also leicht angepasst. Zum einen begannen wir den Regenwasserkanal in angrenzende Gräben und Felder zu entwässern. Damit diese auch schneller abfliessen konnten, war es notwendig an verschiedenen Stellen die querenden Rad- und Fusswege zu öffnen, damit das Wasser zügig auf freie Flächen ablaufen konnte. Dies brachte weitere Entlastung für die gesamte Einsatzstelle.

In der Nacht zum Sonntag wurde die Anzahl der offenen Einsatzstellen merklich kleiner, sodass am frühen Sonntag morgen die ersten Kräfte nach einem langen Einsatztag die Einsatzstelle verlassen konnten.

Am Sonntag morgen wurden die Keller, welche mit Heizöl verunreinigt waren, durch ein Fachunternehmen, abgesaugt. Weiterhin gab es Häuser, wo aufgrund des nach wie vor sehr hohen Grundwasserspiegel ein weiteres Abpumpen durch die Feuerwehr notwendig war.

In verringerter Einsatzstärke wurde auch am Sonntag weiter gepumpt, die Einsatzkräfte wurden entsprechend ausgewechselt. Am Montag morgen waren nur noch wenige Häuser betroffen, sodass dann schlussendlich der Einsatz am Montag nachmittag beendet werden konnte.

Bemerkenswert war die Hilfe der Anwohner und weiterer tatkräftiger freiwilliger Helfer. Diese begannen bereits am Sonntag die betroffenen Keller auszuräumen. Unterstützt wurden diese tatkräftig durch den Bauhof Linnich und ortsansässige Landwirte, die den Abtransport des Spermüll übernahmen.

Wir möchten aber auch den Anwohnern danken, die nicht nur tatkräftig mit angepackt haben, sondern die Einsatzkräfte auch mit Verpflegung und Getränken unterstützen. Dies war ein toller Eindruck einer solidarischen Gemeinschaft. Aber natürlich gebührt auch allen anderen Helfern ein Dank!

Von Seiten der Hilfsorganisationen wurden wir unterstützt durch des Deutsche Rote Kreuz (Verpflegung ) und das THW (Baufachberater) , das Feuerschutztechnische Zentrum des Kreises Düren unterstützte uns mit der Materialversorgung.

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